Mystery Braid aus altem Militärleder

Mystery Braid: geheimnisvoll schön

Man nennt sie Mystery Braid oder Trick Braid. Das ist eine Technik, Lederbänder zu flechten, die in sich geschlossen sind. Äusserst kompliziert ist das nicht. Ein bisschen zauberisch hingegen schon. Und wenn das Rohmaterial aus alten Armeebeständen stammt, auch ein bisschen mit Sehnsucht nach der Vergangenheit verbunden.

Leder, dieses hochwertige und robuste Naturprodukt, hat mich bereits in meiner Kindheit fasziniert. Die Leidenschaft, dieses Material zu verarbeiten, kam hingegen erst viele Jahre später, dafür umso ausgeprägter. Wohl auch darum, weil es für mich kein ehrlicheres Material gibt. Noch lange bevor es durch Fantasie und Können von Sattlern, Schustern und Designern Gestalt annimmt, drückt die Natur jeder Haut ihren unverwechselbaren Stempel auf. Wunden, Insektenstiche, Heckenrisse und Falten sind also keine Fehler, sondern ein Gütesiegel der Natur. Ein authentischeres Echtheitszertifikat gibt es nicht.

Dieses Leder hat teilweise 70 Jahre oder mehr auf dem Buckel
Zurück zum Mystery Braid: Jedes einzelne Teil ist zu 100% von Hand gefertigt. Konkret aus Ledergürteln der Schweizer Armee – sie stammen von überall her, vom privaten Anbieter über Zeughäuser bis hin zum Flohmarkt. Dieses Leder hat teilweise 70 Jahre oder mehr auf dem Buckel. Darum ist keines der Armbänder dem anderen gleich und jedes fühlt sich auch anders an. Logisch, denn jeder, egal ob Rekrut, Soldat oder Offizier, nutzte, sprich pflegte, seine Ausrüstung mit unterschiedlicher Intensität und Empathie.

Beinahe unzerstörbar
Eines hingegen hatten die Ausrüstungsgegenstände der Schweizer Armee gemein: Für die Produktion wurde nur das beste Material verwendet. Ergo kann, den damaligen hohen Standards entsprechend, das verwendete Leder als beinahe unzerstörbar bezeichnet werden. Die Gürtel wurden bis in die späten 80er Jahre von Sattlereien in der ganzen Schweiz produziert. Allesamt in aufwendiger Handarbeit.

Auch die Verschlüsse sind original Schweizer Armeematerial. Unterlagscheiben, Ordonanznieten und Nietköpfe sind aus Anticorodal. Das etwas sperrige Verschliessen und Öffnen der Armbänder kann einem zu Beginn etwas mühsam vorkommen, das hat bei altem Militärmaterial schon seine Richtigkeit. Bereits nach wenigen Tagen, sobald sich die Öffnung für den Nietkopf etwas geweitet hat, spielt sich das ein.

Wer sich für ein Mystery Braid von Hau Kola entscheidet, dem empfehle ich, das Armband, wie andere Lederprodukte auch, regelmässig zu fetten oder mit einem Leder-Öl einzureiben. In den ersten Wochen ist das kaum nötig. Dies, weil für die Haltbarkeit jedes einzelne Stück in einem Bad aus pflanzlichen und tierischen Ölen getränkt wurde. Das ist auch der Grund dafür, dass sich das Leder kurzfristig noch etwas «schmierig» anfühlt. Auch dieser Umstand hat also seine Richtigkeit.

Jedes Stück ein Unikat
Zuletzt noch dies: Nein, ich verkaufe nichts über das Internet. Auf elektronischem Weg nehme ich allenfalls Bestellungen an, mehr geht nicht! Lieber lerne ich dich, sie und ihn persönlich kennen. Dieses Vorgehen schliesst die Möglichkeit ein, dass wir das passende Mystery Braid gemeinsam aussuchen können. Denn wie gesagt, jedes Stück ist ein Unikat, hat also seine Eigenheiten und ein Vorleben. Eine Geschichte notabene, die in der Regel älter ist als die unsrige. Ich denke, da lohnt es sich, dass wir uns einen Augenblick Zeit nehmen und auf den Moment konzentrieren. Auf das Kauferlebnis als solches und auf die langanhaltende Freude, die dieser Moment auslösen soll.

 
 
Alte Jeans Jacke von Lee

Strapazierfähig und langlebig

Es gibt Dinge, die sind schlichtweg unschlagbar. Alte Jeansstoffe gehören für mich dazu. Von Hand, aus Leder etwa, gefertigte Gebrauchsgüter und Utensilien ebenso. Irgendwie kommt da qualitativ nichts anderes hin. Zudem haben beide Sachen, so finde ich, eigene Handschriften und erzählen eindrucksvolle Geschichten.

Über Zeiten beispielsweise, als althergebrachtes Handwerk noch einen goldenen Boden hatte. Sprich eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Rolle spielte und den Menschen Lohn und Brot sicherte. Oder darüber, dass blau gefärbte Beinkleidung ursprünglich nichts mit Mode zu tun hatte, sondern aus einer Notsituation im kalifornischen Goldrausch entstanden ist. Der robuste Stoff, ursprünglich noch ungefärbtes Segeltuch, und die mit Nieten verstärkten Nähte hatten nämlich die ganz profane Aufgabe, strapazierfähig und langlebig zu sein, ein unverzichtbarer Teil der Ausrüstung für Goldgräber, Minenarbeiter und Pioniere.

Bis zum Gehtnichtmehr beansprucht
Was heutzutage bergeweise gekauft selten getragen und kurzerhand wieder ausgemustert wird, waren seinerzeit, das ist so lange noch gar nicht her, Anschaffungen, die ins Geld gingen. Folglich wurde Solcherlei bis zum Gehtnichtmehr beansprucht, repariert und weiter getragen. Häufig über Generationen hinweg. Gegenwärtig undenkbar, damals hingegen selbstverständlich und, betrachtet man dieses Verhalten bei Lichte, einigermassen umweltbewusst. Ich wage gar zu behaupten, auch ökonomisch sinnvoll. Schliesslich prägte das Kleingewerbe nicht nur den Charakter der Dörfer und Gemeinden, es versorgte die Regionen zu einem hohen Anteil auch mit Gütern und Leistungen.

Mittlerweile hat niemand mehr eine Ahnung. Weder von Sattlerarbeiten, noch vom Kleiderstopfen. Selbst der Schuhmacher hat immer weniger zu tun. Ausser vielleicht noch Gummisohlen aufzukleben. Stattdessen wird in riesigen Fabrikhallen produziert, mancherorts unter abscheulichen Bedingungen, und weil jeder alles haben will, bekommt er den ganzen Mist auch unvernünftig billig vorgesetzt. Industriell gefertigte Massenware halt, mit dem Resultat, dass weltweit jeder mit demselben Gelumpe rumläuft.

Sachen halt, die das Herz berühren
Nein, die Zeit können wir nicht zurückdrehen. Wir vermögen sie nicht mal anzuhalten. Aber wir können, und das sollten wir wirklich, Unnötiges reduzieren und uns ausschliesslich Dinge anschaffen, die hochwertig sind. Sachen halt, die das Herz berühren. Positive Nebeneffekte: weniger Abfall, weniger Ressourcenverschleiss und mehr Originalität.

 
 
Blitz und Donner über dem Türlersee

Vom Türlersee und der bösen Vrene

Je nach Wetterlage hat der Türlersee ganz unterschiedliche Gesichter. An einem sonnigen Tag sieht er hell und heiter aus, ziehen aber Blitz und Donner heran, wirkt er düster und beängstigend. Da erstaunt es nicht, dass seit jeher die Fantasien der Menschen beflügelt wurden und einige Sagen entstanden sind. Eine davon handelt von der bösen Vrene und wird von Ernst Ludwig Rochholz erzählt.

Nachfolgende eigenthümliche Sage hierüber beruht auf der schriftlichen Mittheilung, die wir dem Herrn Heinrich Gessner, Lehrer im zürcherischen Lunnern, zu verdanken haben. Bei letztgenanntem Orte im Bezirk Affoltern liegt am südlichen Fusse des Albis der unheimliche Türlersee, der tiefste im ganzen Zürcher Lande. Seinen Namen hat er von seiner Lage, da er an des Berges Engpasse und Thore: turilin, gelegen ist. Er sammt der Umgegend gehörte in der Vorzeit einer starken, herrischen und arbeitsrüstigen Frau an, die beim Volk Frau Vrene hiess. Da begab es sich, dass die Leute von Heferschwil, einem Weiler der Gemeinde Mettmenstetten, wegen einer fruchtbaren Gemarkung am Jungalbis mit dieser Frau in einen heftigen Eigenthumsstreit geriethen, der kein Ende nahm, weil sie in ihrem Stolze sich weigerte vor einem Richter des Landes zu erscheinen.

Zur Eissäule erstarrt
Mit Hülfe fahrender Schüler zog sie in einer einzigen Nacht einen tiefen breiten Graben durch das ganze Jungalbis und schied so ihr Eigenthum für immer vom Gelände der Gegner. Der Graben war gezogen bis zum Türlersee, es fehlte nur noch der letzte Spatenstich, so würden die Wasser sich über ganz Heferschwil ergossen haben. In diesem Augenblick aber erfasste einer der fahrenden Schüler die Frau und entführte sie durch die Lüfte auf die Westseite des Glärnisch, setzte sie hier auf einer weiten grünenden Berghalde ab, wies ihr diese zum Aufenthalt an und sprach: «Hier kannst du gartnen, Vrene!» Dorten hat sie darnach so lange Zeiten gehaust, bis dieser schöne Alpengarten endlich sich in eine weite Firnstrecke verwandelte. Noch steht Frau Vrene daselbst, den Spaten in der Hand, zur Eissäule erstarrt, mitten in dem von Felsmauern eingefassten Schneefelde, das bis ins Knonauer Amt herüberblinkt.

 
 
Von Hand gefertigter Holzstempel aus Indien

Von Hand und mit Liebe bedruckt

Mode ist, so sagt man, schnelllebig. Stimmt wahrscheinlich. Ganz sicher aber wird Mode, oder was als solche auf dem Markt angepriesen wird, selten fair produziert. Oder nachhaltig. Ausnahmen gibt es natürlich auch. Und solche, die sich dem Diktat der Mode entziehen und selber kreativ werden.

Der Block-, auch Stempeldruck genannt, zählt zu den ältesten Druckverfahren. Abgesehen vom reinen Bemalen irgendwelcher Oberflächen und Materialien ist es wohl das archaischste überhaupt. Kein industrielles Prinzip also, sondern reines Handwerk. Auf meiner Spurensuche nach solcherlei Brauchtum habe ich Anja Vanal ausfindig gemacht, die kreative Handarbeiterin kürzlich in ihrem Geschäft in Wädenswil getroffen und ihr bei ihrem Tun und Schaffen über die Schulter geguckt.

Auf hohem Niveau
Irgendwann, so denke ich, hat wahrscheinlich jeder in der Kindheit ein mit Farbe bemalter Kartoffelstempel auf ein Stück Papier oder ein altes T-Shirt gedruckt. Das, was Anja tut, ist im Prinzip genauso einfach, sie tut es lediglich auf hohem Niveau. Mit dem Resultat, dass ihre Kreationen getragen werden wollen. Und zwar für lange Zeit. Erstens, weil jedes Teil eine Einzelanfertigung ist und, zweitens, dieses uralte Handwerk dem Stoff Charakter und Individualität verleiht.

Wunderbare Erfahrungen
Darum rate ich, jeder und jedem der Lust auf eine besondere Note hat, sich diesem Thema eines Tages anzunehmen. Und dabei ganz wunderbare Erfahrungen zu machen.  Zum Beispiel an einem Übungskurs mit Anja. Dazu sag ich nur soviel: habt Spass!

 

«Handwerk hat Seele.»  – Frank Dommenz

 

 
 
Volllederschuh Super Perfekt von Meindl

Meindl – Schuhwerk mit Tradition

Was einst die totale Normalität war, ein Vollleder-Wanderschuh, zwei- oder dreifach genäht und robust bis in alle Ewigkeiten, wird heutzutage als Sonderbarkeit gehandelt. Doch die Industrie hat, trotz aller Experimentierfreudigkeit, keinen auch nur annähernd so hochwertigen Ersatz gefunden. Ein bisschen burlesk, finde ich, und huldige mit Entzücken den altbewährten Werten.

Ich bin kein grundsätzlicher Gegner von technischen Innovationen. Hier und da haben diese Erfindungen in der Tat ihre Berechtigung. Im Grossen und Ganzen jedoch bin ich kein Freund von synthetischem Firlefanz. Vielmehr schwöre ich auf Naturprodukte, also Leder, Walkstoffe, Schaf- und Baumwolle. Ich bevorzuge das altbewährte Schichtenprinzip. Auch so eine altmodische Empfehlung zwar, funktioniert aber tadellos.

Bezüglich Qualität und Langlebigkeit unschlagbar
Auf was ich freilich total stehe, das sind handgestrickte Wollsocken. Oder die kniehohen Wandersocken von Rohner aus Schurwolle. Und, streng genommen der wahre Grund dieser Publikation, auf meine Bergstiefel von Meindl: Silikonimprägniertes Juchtenleder, einteiliger Schaft und zwiegenäht. Ziemlich hardcore diese Teile. Total unverwüstlich, neu und ungetragen jedoch knochenhart und starr. Bezüglich Qualität und Langlebigkeit hingegen ist der «Perfekt», so der passende Name, unschlagbar. Die einzig ernstzunehmende Alternative ist sein grosser Bruder, der «Super Perfekt». Nochmals ein Stück schwerer, aus Schweizer Militärrindleder gearbeitet, steigeisenfest und an der Dreifachnaht am Schuhrand einfach zu erkennen.

Leider werden Produkte, auf die man bedenkenlos ein solches Loblied singen darf, immer seltener. Für die genannten Beispiele jedoch halte ich meine Hand ins Feuer. Da stimmt einfach alles. Preis und Leistung sowieso. Obendrauf kriegt man ein echtes Stück traditioneller Schuhmacherhandwerkskunst. Dass Schuhwerk dieser Art mit Geduld und etwas Verständnis für die Machart eingetragen werden will und ab und an etwas Pflege benötigt, will ich nicht schönreden. Das ist – buchstäblich – eine knallharte Tatsache.

Ein Gefühl von Geborgenheit
Handkehrum macht dieser Aufwand Sinn und bringt zum Ausdruck, dass ein Sich-darauf-Einlassen Teil des Ganzen ist. Altbewährte und von Hand hergestellte Dinge, so finde ich, sind eine Wohltat für die Seele. Sie beruhigen, erzählen Geschichten, wecken Erinnerungen und geben uns ein Gefühl von Geborgenheit. Möglicherweise liegt das daran, dass sich, wenn wir sie berühren, verstehen lässt, wie sie gefertigt wurden und welche Mühe dahintersteckt. Synthetik schafft das niemals. Massenware ebenfalls nicht. Diese hehren Worte in Gottes Ohr und euch einen wunderbaren Sommer in den Bergen. Oder wo auch immer ihr die Natur zu eurem Verbündeten macht.

 
 
Risa - Die Hutmanufaktur

Risa – die letzte Hutmanufaktur

In der Hutmanufaktur Risa haben Qualität und Handarbeit Tradition, sagt Geschäftsführer Julian Huber und macht klar, dass er mit akribischer Sorgfalt über diese Werte wacht.

Julian und seine Belegschaft stecken in die handgemachten Kopfbedeckungen eine Menge altes Wissen, viel Arbeit und handwerkliches Geschick. Trotzdem sind die Mützen, Kappen und Hüte aus der aargauischen Hutmanufaktur absolut bezahlbar. Man darf sogar so weit gehen und sagen, gemessen an der soliden Qualität sind sie günstig. Na also, geht doch.

Und weil Handwerk in der heutigen Zeit ein seltenes und wertvolles Gut ist, sollten wir Konsumierenden auch darauf achten, dass dieses nicht ausstirbt und unseren Teil dazu beitragen. Ein Grund mehr, künftig konzentriert darauf zu achten, wo genau wir was kaufen. Nur so als Idee.

 

 
 
Das legendäre Douk-Douk

Genial einfach – einfach genial

Was gut ist, muss nicht neu erfunden werden. Man sollte nur wissen, dass es solcherlei gibt. Die Messer von Douk-Douk, finde ich, gehören in ebendiese Kategorie.

Das legendäre Douk-Douk gehört fraglos in diese Kategorie. Ein schlichtes Messer, unkompliziert konstruiert und dennoch hocheffizient. Eine Klinge aus Kohlenstoff-Stahl, ein Griff aus gefalztem Blech und zwei Nieten, die das funktionale Teil zusammenhalten. Eine Feder zur Fixierung und ein Bügel zum Umhängen. Fertig. Viel mehr ist da nicht. Ausser vielleicht eine spannende Geschichte, die sich zu lesen lohnt.

Lässt uns Männer wie Buben fühlen
Für unsere Grossväter und Väter war das ganz normal: Ohne Taschenmesser war man nicht richtig angezogen und so ging der Mann damals nicht aus dem Haus. Basta! Auch der moderne Mann, so finde ich, sollte das tun. So ein Messer ist ja durchaus etwas nützliches. Und lässt uns Männer wieder wie Buben fühlen.

«Was man als Kind geliebt hat, bleibt im Besitz des Herzens bis ins hohe Alter.» – Khalil Gibran

 
 
Flachmann aus dem Hause Alexander von Bronewski

Gemacht für eine kleine Ewigkeit

Solide Qualität braucht Zeit. Und die darf etwas kosten finden wir. Wenn die Sachen dann noch zeitlos schön sind, erst recht.

Derzeit haben wir noch keine eignen Sachen vorzuweisen. Solche aber, die wir ebenfalls für gut befinden, sehr wohl. Ein Flachmann zum Beispiel, eingefasst in cognacfarbenes Barenia Leder, aus dem Hause Alexander Von Bronewski. Von Hand, im Sattlerstich, vernäht und damit quasi unzerstörbar. Jedes Stück ein Unikat und gemacht für eine kleine Ewigkeit. Solcherlei lässt sich nicht im Kaufhaus finden. Auf unserer Seite hingegen schon.

«Die Zeit vergeht nicht schneller als früher, aber wir laufen eiliger an ihr vorbei.» – George Orwell