Alte Jeans Jacke von Lee

Strapazierfähig und langlebig

Es gibt Dinge, die sind schlichtweg unschlagbar. Alte Jeansstoffe gehören für mich dazu. Von Hand, aus Leder etwa, gefertigte Gebrauchsgüter und Utensilien ebenso. Irgendwie kommt da qualitativ nichts anderes hin. Zudem haben beide Sachen, so finde ich, eigene Handschriften und erzählen eindrucksvolle Geschichten.

Über Zeiten beispielsweise, als althergebrachtes Handwerk noch einen goldenen Boden hatte. Sprich eine gesellschaftliche und wirtschaftliche Rolle spielte und den Menschen Lohn und Brot sicherte. Oder darüber, dass blau gefärbte Beinkleidung ursprünglich nichts mit Mode zu tun hatte, sondern aus einer Notsituation im kalifornischen Goldrausch entstanden ist. Der robuste Stoff, ursprünglich noch ungefärbtes Segeltuch, und die mit Nieten verstärkten Nähte hatten nämlich die ganz profane Aufgabe, strapazierfähig und langlebig zu sein, ein unverzichtbarer Teil der Ausrüstung für Goldgräber, Minenarbeiter und Pioniere.

Bis zum Gehtnichtmehr beansprucht
Was heutzutage bergeweise gekauft selten getragen und kurzerhand wieder ausgemustert wird, waren seinerzeit, das ist so lange noch gar nicht her, Anschaffungen, die ins Geld gingen. Folglich wurde Solcherlei bis zum Gehtnichtmehr beansprucht, repariert und weiter getragen. Häufig über Generationen hinweg. Gegenwärtig undenkbar, damals hingegen selbstverständlich und, betrachtet man dieses Verhalten bei Lichte, einigermassen umweltbewusst. Ich wage gar zu behaupten, auch ökonomisch sinnvoll. Schliesslich prägte das Kleingewerbe nicht nur den Charakter der Dörfer und Gemeinden, es versorgte die Regionen zu einem hohen Anteil auch mit Gütern und Leistungen.

Mittlerweile hat niemand mehr eine Ahnung. Weder von Sattlerarbeiten, noch vom Kleiderstopfen. Selbst der Schuhmacher hat immer weniger zu tun. Ausser vielleicht noch Gummisohlen aufzukleben. Stattdessen wird in riesigen Fabrikhallen produziert, mancherorts unter abscheulichen Bedingungen, und weil jeder alles haben will, bekommt er den ganzen Mist auch unvernünftig billig vorgesetzt. Industriell gefertigte Massenware halt, mit dem Resultat, dass weltweit jeder mit demselben Gelumpe rumläuft.

Sachen halt, die das Herz berühren
Nein, die Zeit können wir nicht zurückdrehen. Wir vermögen sie nicht mal anzuhalten. Aber wir können, und das sollten wir wirklich, Unnötiges reduzieren und uns ausschliesslich Dinge anschaffen, die hochwertig sind. Sachen halt, die das Herz berühren. Positive Nebeneffekte: weniger Abfall, weniger Ressourcenverschleiss und mehr Originalität.

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4 Kommentare
    • Urs Blöchliger
      Urs Blöchliger sagte:

      Danke dir mein lieber Alexander.
      Ich meine, so ganz unschuldig bist du an meinem neuen Weg ja nicht. Viel mehr bist und warst du hierbei Inspirator und Unterstützer 🙂

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  1. Marie-Louise Lehmann
    Marie-Louise Lehmann sagte:

    Weiter so. Gefällt mir sehr gut,! Einmal mehr, etwas sehr persönliches. Ich erwarte noch viele weitere Unikate in diesem Stil. Alles Gute für die Weiterentwicklung. Marie-Louise

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    • Urs Blöchliger
      Urs Blöchliger sagte:

      Dankeschön für die aufmunternden Worte. Und ja, wir bleib dran. Das entspricht unserem Naturell. Und dem Verlangen, das zu tun, was andere eben nicht tun.

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